Die Naturschutzorganisation WWF hat der Hofgemeinschaft Klostersee im Landkreis Ostholstein (Schleswig-Holstein) den Umweltpreis „Ostsee-Landwirt 2015“ verliehen. Damit ist die Hofgemeinschaft aus fünf Familien, die den Hof gemeinsam bewirtschaften, nationaler Gewinner eines Anfang des Jahres ausgelobten Wettbewerbs zum Schutz der Ostsee. Bei der Internationalen Ostseekonferenz Anfang November in Stralsund wird sich der Hof mit den Siegern aus anderen Anrainerstaaten messen. „Wer die Überdüngungen der Ostsee stoppen und Todeszonen verhindern will, der muss den Schulterschluss mit den Landwirten suchen. Umso mehr freut es uns, dass wir zum vierten Mal einen Betrieb auszeichnen können, der sich um eine nachhaltigere Landwirtschaft verdient gemacht hat“, so Dr. Birgit Wilhelm, die für den WWF Deutschland in der Jury saß.

hintere Reihe v.l.n.r.: Sophie Kraul, Reinhold Stauss, Frederike Böttger, Helge Siems, Melanie Hillmann, Sang Beom Lee, Benjamin Todtmann, vordere Reihe v.l.n.r.: Jonathan Kraul, Herwart Böhm, Birgit Wilhelm, Miriam Wegerer, Hof Klostersee, Cismar, Schleswig-Holstein, Deutschland

hintere Reihe v.l.n.r.: Sophie Kraul, Reinhold Stauss, Frederike Böttger, Helge Siems, Melanie Hillmann, Sang Beom Lee, Benjamin Todtmann, vordere Reihe v.l.n.r.: Jonathan Kraul, Herwart Böhm, Birgit Wilhelm, Miriam Wegerer, Hof Klostersee, Cismar, Schleswig-Holstein, Deutschland

Die Ackerflächen, Wiesen und Weiden des Hofs an der nördlichen Lübecker Bucht beginnen gleich hinter dem Deich und liegen zwischen zwei Meter über und zwei Meter unter dem Meeresspiegel im Gebiet des namensgebenden, ehemaligen Klostersees. Früher durchmischte sich hier die Ostsee mit dem Niederschlagswasser der umliegenden Niederung. Pflanzenreste, Schilf und Laub sedimentierten auf dem Seegrund. Seit 1862 wurde der See trockengelegt.

Noch heute entwässern ein langer Ringkanal und etliche Gräben das Gebiet über ein Schöpfwerk in die Ostsee. Daher sei es besonders wichtig, Überdüngung zu vermeiden da diese die sogenannten sauerstofffreien „Todeszonen“ in der Ostsee verursachen, so der WWF in seiner Begründung. Die Jury hat besonders die Vielfalt dieser Hofgemeinschaft, die Generationen übergreifende Zusammenarbeit, aber auch der Fokus auf die Grundsätze einer nachhaltigen Bodenbewirtschaftung beeindruckt.

Getreideanbau und Milchkühe sind die Kernbereiche des landwirtschaftlichen Betriebs Klostersee, der seit 1987 biologisch-dynamisch bewirtschaftet wird. Eigentümer der Gebäude und der betriebseigenen Flächen ist der gemeinnützige Verein „Hof Klostersee e.V.“, der als Ziel die Förderung der biologisch-dynamischen Landwirtschaft, der Kultur und der Sozialarbeit auf dem Lande hat.

Hintergrund des Preises

Durch die Überdüngung der Ostsee werden sauerstofffreie Zonen am Meeresgrund immer größer. Die Landwirtschaft ist für mehr als die Hälfte der zur Eutrophierung führenden Nährstoffeinträge verantwortlich. Über Flüsse in die Ostsee gespülte Düngemittel entziehen dem Wasser Sauerstoff und fördern Algenblüten. Mit der Auslobung des mit 10.000 Euro dotierten Preises will der WWF Bauern dazu anregen, eine aktive Rolle im Kampf gegen die Überdüngung einzunehmen. Der Wettbewerb wurde im Jahr 2009 vom WWF und der Swedbank in Zusammenarbeit mit dem Baltic Farmers Forum for the Environment (BFFE) und Bauernverbänden aus verschiedenen Ländern ins Leben gerufen. In den teilnehmenden Ostseeanrainerstaaten wird je ein nationaler Preisträger von einer Jury ausgezeichnet. In Deutschland setzt sich die nationale Jury aus Vertretern von Landwirtschaft, Forschung und Naturschutz: Frau Böttger (Bauernverband Schleswig-Holstein e.V.), Herr Dr. Herwart Böhm (Thünen-Institut für Ökologischen Landbau), Herr Dr. Stauß (Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein (LLUR), Frau Dr. Birgit Wilhelm (WWF Deutschland)).