Kuhblog

die Beweggründe

muttergeb. Kälberaufzucht auf Hof Klostersee – die Beweggründe

Üblich ist in der Milchviehhaltung, dass das Kalb in den ersten 1-3 Lebenstagen von der Mutter getrennt wird und mit frischer Kuhmilch oder Milchpulverzubereitung (bei demeter nicht erlaubt) versorgt wird, die es aus Nuckeleimern trinkt. So habe ich es auch auf meinen Lehrbetrieben kennen gelernt und lange Zeit nicht in Frage gestellt.  Inzwischen arbeite ich seit einigen Jahren mit Kühen und obwohl dieses Aufzuchtverfahren altbewährt ist und Vorteile hat, bin ich nicht mehr davon überzeugt. Es scheint mir absurd: die Milch wird in eine Kanne gemolken, später wieder auf Kuhkörpertemperatur erwärmt und in Plastikeimern an die Kälber vertränkt. Außerdem konnte ich sowohl bei den Kälbern als auch den Kühen immer wieder Verhaltensstörungen beobachten.  Ich stehe meinen Tieren emotional sehr nah und möchte ihnen gegenüber authentisch sein. Da sich das bisherige Aufzuchtverfahren unserer Kälber für mich nicht richtig anfühlt, habe ich mich auf den Weg gemacht, eine tiergerechtere Variante zu entwickeln. Es ist kein leichtes Unterfangen: Kühe und Kälber sind genauso individuell, wie wir Menschen, deshalb gibt es kein festes Schema, nach dem gehandelt werden kann. Trotzdem muss das Ganze übertragbar und zudem praktikabel sein. Denn obwohl die Kühe auf unserem Hof einen sehr hohen Stellenwert haben, sind wir dennoch ein Erwerbsbetrieb und können wirtschaftliche Aspekte nicht ganz außer Acht lassen. Es ist eine Herausforderung für mich, an der ich nicht nur sehr viel Freude habe, sondern von der ich mir auch mehr Wohlbefinden für unsere Tiere und daraus resultierend eine positive Wirkung auf deren Entwicklung und Gesundheit verspreche. 

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