Hof Klostersee wurde 1862 von dem Hamburger Kaufmann Lange am Rande der Klostersee-Niederung gegründet.

Der Name Klostersee weist darauf hin, dass ein Haff der Ostsee im 13. Jahrhundert noch bis an das Kloster Cismar reichte. Die Landzunge, die das Haff von der Ostsee trennte, befand sich ungefähr dort wo der heutige Deich verläuft. Im Laufe der Jahrhunderte war das Haff dann verlandet und zu einer sumpfigen Niederung geworden. Diese wurde im Zusammenhang mit der Hofgründung aufwändig trocken gelegt, mit einem Grabensystem durchzogen und mit einem ringsum verlaufenden Kanal versehen, der das Wasser, das aus einem großen Einzugsgebiet in diese Flächen floss, abzuleiten.Ein Pumpwerk am Klostersee-Strand beförderte bei Bedarf das überschüssige Wasser ins Meer. Die Flächen des Hofes liegen bis zu 2,50 m unter dem Meeresspiegel, die Hofstelle selbst auf Normal Null.

Der neugebaute Gebäudebestand war für damalige Verhältnisse mustergültig aufgebaut. Es gab zwei Wohnhäuser, zwei Kuhställe für 300 Kühe, Pferde- und Schweineställe und eine eigene Meierei. Hinter dem Haupthaus wurde ein 2,5 ha großer Park angelegt mit alten und teils auch seltenen Bäumen. Ein künstlicher See mit Teehäuschen und eine Allee gaben dem Hof ein herrschaftliches Gepräge. Noch heute erinnern riesige Südseeschneckenhäuser am Rand der Blumenbeete an die kaufmännischen Vorbesitzer.

Allerdings kam es nur wenige Jahre nach Fertigstellung des Hofes zu einer Tragödie. Die Sturmflut im November 1872 überflutete den Hof mehr als mannshoch. Die gesamte Viehherde mit über 300 Tieren ertrank – mit Ausnahme des Bullens, der sich die Speichertreppe hinauf rettete. Aber es wurde nicht aufgegeben, sondern im Laufe der Jahre die Entwässerung immer weiter verbessert. 1877 bis 1879 wurde der Deich gebaut.
Die Flächen waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht drainiert und so konnten sie in erster Linie zur Weidehaltung für Milchkühe genutzt werden. Um die oft feuchten Flächen zu befahren wurde eine Lorenbahn auf Schienen verlegt.

 

Die Gesamtfläche des Klostersees umfasst ca. 500ha. Allerdings hat der Hof zwischen 1874 und 1937 mehrfach die Besitzer gewechselt. 1912 wurde er auf zwei Hofstellen aufgeteilt und die Flächen parzelliert.

Familie Karl und Ilse Nägel (1937 bis 1975), die letzte Generation Familienbetrieb hier auf Klostersee, bewirtschaftete noch 140 ha. In den 40iger Jahren wurde die Entwässerung noch einmal verbessert und die heutige Pumpstation Richtung Lenste gebaut. Sie ist nach wie vor unverzichtbar für die Landwirtschaft im Klostersee. Karl Nägel hat Klostersee fast 40 Jahre lang bewirtschaftet. 1953 brannte der große Kuhstall ab. Seitdem befindet sich der Stall in dem Gebäude, in dem er heute noch ist. Karl Nägel hat sehr frühzeitig erkannt, dass die moderne Landwirtschaft sich in keine gute Richtung entwickelt. Bereits in den 60iger Jahren nahm er Kontakt zu der biologisch-dynamischen Bewegung auf und hat viele Anregungen davon umgesetzt, allerdings schien es ihm nicht möglich, ganz auf ökologischen Landbau umzustellen.
Von 1975 bis 1987 wurde der Hof aus Altersgründen abgegeben und – da die Nachfolgefrage nicht geklärt war – zunächst auf 12 Jahre an den Cismarfelder Landwirt Hartmut Westfalen verpachtet, der den Hof zusätzlich zu seinem eigenen bewirtschaftete.

Im Jahre 1987 übernahmen Gerlinde und Wigand Nägel den Betrieb und stellten ihn auf die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise um, 1990 erfolgte die Demeteranerkennung. Neben dem Wunsch Hof Klostersee mit einer Betriebsgemeinschaft zu bewirtschaften war es auch von Anfang an ein erklärtes Ziel, den Hof aus dem Erbstrom herauszulösen und in die Gemeinnützigkeit zu überführen. Dies wurde 1997 möglich. Seit her ist der Verein zur Förderung der biologisch-dynamischen Landwirtschaft, der Kultur und der Sozialarbeit auf dem Land Besitzer von Hof Klostersee.

Das Leben in einer Betriebsgemeinschaft war nicht immer leicht. Viele Menschen haben im Laufe der Jahre ihren Teil zum Aufbau und zur Entwicklung von Hof Klostersee beigetragen und sind aus verschiedensten Gründen ihren Weg dann anderswo weitergegangen. Lange Jahre hier tätig waren Schorsch und Esther Jahn und Christian und Sibylle Roth-Marwedel. 1998 war ein Krisenjahr nach dem Zerbrechen der damaligen Bewirtschaftergemeinschaft. Zeitweilig gab es gar keinen Landwirt mehr auf dem Hof. In diese schwierige Situation hinein kam 1999 zu Gerlinde Nägel (heute Gerlinde Ariberti), Familie Ellenberg in die Betriebsgemeinschaft. In gemeinsamer Anstrengung wurde die schwierige Lage Schritt für Schritt überwunden. In dieser Konstellation wurde der Betrieb lange Jahre bewirtschaftet.

2001 wurde ein weiterer Meilenstein in der Geschichte Klostersees eingeweiht: die Altenscheune. 
2009 legte Alberto Ariberti sein bis dahin selbständiges Marktunternehmen mit dem Hofladen zusammen und wurde Mitunternehmer.
Im Jahr 2016, wurde Dirk Öllerich in die Betriebsgemeinschaft aufgenommen, die derzeit aus nunmehr fünf Personen besteht.